Verabschiedung am 19. März 2004

(TW) So viele Gäste hat das historische Eversberger Rathaus in seiner über 200-jährigen Geschichte noch nicht gesehen: Ortsvorsteher und Pastor, Vereinsvorstände und Vertreter aller Institutionen sowie Schulkinder und Mitstreiter aus vergangenen Zeiten waren gekommen, um Vinzenz Tillmann aus seinen vielfältigen öffentlichen Posten zu entlassen und ihm und seiner Frau für ein jahrzehntelanges, beispielloses Engagement zu danken.

"Fast 20 Jahre Ortsvorsteher, Vorsitzender von Kirchenchor, Bergstadt-Verein und Förderverein der Musikkapelle, Mitglied in fast allen anderen Vereinen, unermüdlicher Motor beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden' und beim 750-jährigen Eversberger Jubiläum - das sind die Überschriften über ein rastloses und bewegtes Leben im Dienst der alten Bergstadt Eversberg." so würdigte Ortsvorsteher Willi Raulf das Wirken seines Vorgängers.

Vinzenz Tillmann sei kein Freund von Orden und Ehrungen, so Raulf. Bis heute habe er sich vehement gegen die mehrfach vorgesehene Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewehrt. Seine Motivation war seine Heimat, sein Antrieb ist "sein" Eversberg: "Vinzenz, diese Einstellung sagt alles und sie ehrt Dich mehr als jeder Orden das tun könnte!"

Auch Pastor Bernd Götze lobte Vinzenz Tillmann als ein beispielhaftes Vorbild, dem die "St.-Johannes"-Pfarrgemeinde zu großer Dankbarkeit verpflichtet sei. Sein entschiedenes Zeugnis für den christlichen Glauben sei die Motivation für sein überaus reges privates und öffentliches Leben gewesen: "Sie haben in unserer Gemeinde viele Fundamente gelegt, auf denen sich sicher aufbauen lässt. Darauf können Sie stolz sein!"

Mit Blockflöten- und Gedichtvorträgen umrahmten Kinder der "St.-Johannes"-Grundschule Eversberg-Wehrstapel den Festakt und sorgten für einen ergreifenden Moment, als die ganze Festgemeinschaft zusammen mit ihnen den irischen Segenswunsch sang: "Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!"

In unnachahmlicher und für ihn typischen Art gab Vinzenz Tillmann den vielfachen Dank zurück: "Ich habe doch nur meine Pflicht getan. Stolz bin ich nur, dass ich immer wieder gleichgesinnte Mitstreiter gefunden habe, mit denen zusammen ich einiges bewegen durfte!"

Höhepunkt und Abschluß dieses eindrucksvollen Abends war dann am späten Abend der Aufmarsch von Musikkapelle, den Fahnenabordnungen aller Vereine und den Fackelträgern der Feuerwehr zu einem feierlichen Ständchen auf dem Marktplatz. Danach waren sich alle einig: Sie waren Zeuge eines außergewöhnlichen Abends, mit dem ein ebenso außergewöhnliches ehrenamtliches Leben gewürdigt wurde!